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<title>Pascal Sébah</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Pascal Sébah</span></h1>
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<p><b>Pascal Sébah</b> (* <a href="1823" title="1823">1823</a> in <a href="Istanbul" title="Istanbul">Istanbul</a>; † <a href="15._Juni" title="15. Juni">15. Juni</a> <a href="1886" title="1886">1886</a> ebenda) war ein führender <a href="Photograph" class="mw-redirect" title="Photograph">Photograph</a> im <a href="Osmanisches_Reich" title="Osmanisches Reich">osmanischen Reich</a>. Er arbeitete in der damaligen Hauptstadt <a href="Konstantinopel" title="Konstantinopel">Konstantinopel</a>, dem heutigen Istanbul.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Pascal Sébah wurde 1823 in Istanbul als Sohn eines syrischen Vaters und einer armenischen Mutter geboren.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Familie Sébah stammte aus der <a href="Levante" title="Levante">Levante</a> und war arabisch-christlicher Herkunft, vermutlich stammten sie aus dem heutigen <a href="Libanon" title="Libanon">Libanon</a>. Er eröffnete 1857<sup id="cite_ref-:0_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sein Studio an der Rue de Péra 439 – ‚neben der russischen Botschaft‘, wie er auf der Rückseite seiner Porträtphotographien vermerkt. Ab 1860 arbeitete er mit einem französischen Techniker, A. Laroche, zusammen. Dieser war fortan für die hervorragende Druckqualität der Photographien verantwortlich.
1873<sup id="cite_ref-:0_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wurde eine Filiale in <a href="Kairo" title="Kairo">Kairo</a> – ‚auf der Esbekieh neben der französischen Botschaft‘ – eröffnet. 1883 erlitt Pascal Sébah einen Schlaganfall, weshalb sein Bruder Cosmi einsprang, bis sein Sohn Jean (Pascal) Sébah (1872–1947) alt genug war, das Unternehmen zu leiten.
</p><p>Zeitweise arbeitete er mit dem Franzosen Émile Béchard.<sup id="cite_ref-:0_3-2" class="reference"><a href="#cite_note-:0-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Um 1884/1885 wurde dessen Landsmann Policarpe Joaillier<sup id="cite_ref-:0_3-3" class="reference"><a href="#cite_note-:0-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sein Partner. Ab 1890 hieß die Firma deshalb ‚Sébah &amp; Joaillier‘. Sie erhielt das Recht, sich ‚Photographen des Sultans‘ zu nennen. Um 1900 kehrte Policarpe Joaillier nach <a href="Frankreich" title="Frankreich">Frankreich</a> zurück. Von 1910 an arbeitete Jean Sébah mit <a href="Hagop_Iskender" class="mw-redirect" title="Hagop Iskender">Hagop Iskender</a> und, bis 1914, mit Leo Perpignani zusammen. 1917 bis 1918 waren ‚Sébah &amp; Joaillier‘ Partner beim ersten systematischen Projekt der Erfassung und Katalogisierung von Baudenkmälern aller Perioden in Istanbul unter Federführung des deutschen Journalisten und Kunsthistorikers <a href="Friedrich_Schrader" title="Friedrich Schrader">Friedrich Schrader</a>. Sébah und Iskender zogen sich 1934 vom Geschäft zurück. Dieses wurde unter dem Namen ‚Foto Sabah‘ noch bis 1952 weitergeführt. Die Filiale in Kairo war schon 1898 geschlossen worden.
</p>


<p>Sébah war neben den armenischen <a href="Abdullah_Fr%C3%A8res" title="Abdullah Frères">Abdullah Frères</a> (Gebrüder Abdullah) der wohl wichtigste Berufsphotograph seiner Zeit im Osmanischen Reich. Ein weiterer erfolgreicher Fotograf dieser Zeit in Konstantinopel war der griechische Osmane Vasilaki Kargopoulo. Das große Interesse Europas am exotischen Orient schuf ideale Bedingungen, um an Reisende Photographien mit Sehenswürdigkeiten, folkloristischen Szenen, orientalischen <a href="Tracht_(Kleidung)" title="Tracht (Kleidung)">Trachten</a> und Ähnlichem zu verkaufen. Durch diese Tätigkeit wurde Pascal Sébah zum Dokumentaristen der damaligen Zeit. Seine Photographien wurden unter anderem zur Illustration von wissenschaftlichen Werken über den Orient verwendet. Er gewann an verschiedenen Weltausstellungen Medaillen, so eine Silbermedaille an der <a href="Weltausstellung_Paris_1878" title="Weltausstellung Paris 1878">Weltausstellung Paris 1878</a> für seine Aufnahmen von <a href="%C3%84gypten" title="Ägypten">Ägypten</a> und <a href="Nubien" title="Nubien">nubischen</a> Wüstenstämmen. Vorher schon hatte er für die <a href="Weltausstellung_1873" title="Weltausstellung 1873">Weltausstellung 1873</a> in <a href="Wien" title="Wien">Wien</a> ein 370 Seiten umfassendes Werk über türkische Trachten geschaffen, ‚Les costumes populaires de la Turquie‘ (die Volkstrachten der Türkei), wofür er von den Organisatoren in Wien die Goldmedaille und vom damaligen <a href="Sultan" title="Sultan">Sultan</a> <a href="Abd%C3%BClaziz" title="Abdülaziz">Abdülaziz</a> eine weitere Medaille erhalten hatte. Der Auftrag zu diesem Werk war ihm vom Verantwortlichen für die osmanische Abteilung der Weltausstellung, dem Maler <a href="Osman_Hamdi_Bey" title="Osman Hamdi Bey">Osman Hamdi Bey</a> (1842–1910), erteilt worden. Für diesen fotografierte er immer wieder Modelle mit aufwendigen Trachten. Diese Photographien Sébahs verwandte Hamdi Bey anschließend als Vorlagen für seine berühmten orientalischen Ölgemälde.
</p><p>Neben den Auszeichnungen trugen besonders sein zehnteiliges und ca. 2,5 Meter langes Panorama von Konstantinopel, das vom <a href="Galata-Turm" class="mw-redirect" title="Galata-Turm">Galata-Turm</a> aus aufgenommen wurde, und sein fünfteiliges Panorama von Kairo zu Sébahs Berühmtheit bei. Seine Arbeit zeichnet sich durch hervorragende Kompositionen, gute Lichtführung und große Sorgfalt im Detail und bei der Auswahl seiner Objekte aus. Wenn im Übersichtswerk ‚Neue Geschichte der Fotografie‘ von Michel Frizot steht: „[...] Hingegen zeigte sich am sehr produktiven Pascal Sebah, der seit den 1870er Jahren in Konstantinopel ansässig war, wie die Qualität der Berufsfotografie gegen Ende des Jahrhunderts abnahm“, so bezieht sich diese Bemerkung wohl eher auf Pascal Sébahs Sohn und die Firma ‚Sébah &amp; Joaillier‘.
</p><p>Im Jahre 1877 beauftragte die osmanische Regierung Sebah mit der Herstellung einer Serie von Fotografien, auf denen die sogenannten <i>russischen Greuel</i> an der türkischen Bevölkerung in der Provinz <a href="Eski_Zagra" class="mw-redirect" title="Eski Zagra">Eski Zagra</a> in <a href="Ostrumelien" title="Ostrumelien">Ostrumelien</a>, heute <a href="Bulgarien" title="Bulgarien">Bulgarien</a>, photographisch festgehalten und für westliche Augen aufbereitet dargestellt werden sollten. Die der deutschen Regierung zur Verfügung gestellten 31 Photographien sind bis heute im Archiv des Auswärtigen Amtes erhalten und waren unter anderem Gegenstand einer Tagung der <a href="Berlin-Brandenburgische_Akademie_der_Wissenschaften" title="Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften">Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften</a> in Berlin im Dezember 2010.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke">Werke</h2></div>
<ul><li>1873: <i>Les costumes populaires de la Turquie</i>, Istanbul.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weiterführende_Literatur"><span id="Weiterf.C3.BChrende_Literatur"></span>Weiterführende Literatur</h2></div>
<ul><li>Agfa-Foto-Historama im <a href="Wallraf-Richartz-Museum" class="mw-redirect" title="Wallraf-Richartz-Museum">Wallraf-Richartz-Museum</a> <a href="Museum_Ludwig" title="Museum Ludwig">Museum Ludwig</a>, Köln. <i>An den süßen Ufern Asiens: Ägypten, Palästina, Osmanisches Reich. Reiseziele des 19. Jahrhunderts in frühen Photographien</i>, 1988.</li>
<li>Engin Çizgen: <i>Photography in the Ottoman Empire: 1839 - 1919</i>. Istanbul 1995. ISBN 975-470-451-1.</li>
<li>Roswitha Buchner: <i>Das Bild Istanbuls im 19. Jahrhundert</i>. Pera-Blätter Nr. 13, Orient-Institut der DMG, Abteilung Istanbul 1997.</li>
<li>Engin Özendes: <i>From Sebah &amp; Joaillier to Foto Sabah: Orientalism in Photography</i>. Istanbul 1999. ISBN 975-080057-5.</li>
<li>Friedrich Schrader: <i>Die Kunstdenkmäler Konstantinopels</i>: Der Neue Orient, 1919, Band 5, S. 302–304 und 352–354.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<p>(alle Weblinks zuletzt abgerufen am 21. September 2014)
</p>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Pascal_Sebah?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Pascal Sebah</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=142934437">Literatur von und über Pascal Sébah</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://gary.saretzky.com/photohistory/sebah/index.html">Biographie von Pascal Sébah bei Gary Saretzky Photohistory</a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://bibliotheque-numerique.inha.fr/collection/?r=Top%2Fdl_category%2Fphotographies%2Ffonds+pascal+sebah+%281823-1886%29&amp;navigation=0&amp;dq=%23reset">Bibliothèque numérique de l'INHA - Fonds photographique Pascal Sébah de l'ENSBA</a> (französisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.fostinum.org/pascal-sebah---men.html">Fostinum: Pascal Sebah</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://gary.saretzky.com/photohistory/sebah/index.html">Biographie von Pascal Sébah bei Gary Saretzky Photohistory</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.sphinxfineart.com/DesktopDefault.aspx?tabid=45&amp;tabindex=44&amp;artistid=39306">Pascal Sébah bei Sphinx Fine Art</a></span>
</li>
<li id="cite_note-:0-3"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:0_3-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_3-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_3-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_3-3">d</a></sup></span> <span class="reference-text">Gérard Réveillac, Nicole Tuccelli: <cite style="font-style:italic">Impressions d‘Orient – Les voyageurs en Égypte au XIXe siècle: Témoignages des visiteurs du „pays des pharaons“ d‘après les textes, lettres, canets de voyage et iconographie</cite>. Éditions Actes Sud/Éditions Errance, Arles 2022, ISBN 978-2-87772-979-6, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>203<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>f</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Pascal+S%C3%A9bah&amp;rft.au=G%C3%A9rard+R%C3%A9veillac%2C+Nicole+Tuccelli&amp;rft.btitle=Impressions+d%E2%80%98Orient+-+Les+voyageurs+en+%C3%89gypte+au+XIXe+si%C3%A8cle%3A+T%C3%A9moignages+des+visiteurs+du+%E2%80%9Epays+des+pharaons%E2%80%9C+d%E2%80%98apr%C3%A8s+les+textes%2C+lettres%2C+canets+de+voyage+et+iconographie&amp;rft.date=2022&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9782877729796&amp;rft.pages=203+f.&amp;rft.place=Arles&amp;rft.pub=%C3%89ditions+Actes+Sud%2F%C3%89ditions+Errance" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Schwaches Bilderverbot: Fatwa und Fotografie bei den Osmanen</i>. <i><a href="Frankfurter_Allgemeine_Zeitung" title="Frankfurter Allgemeine Zeitung">Frankfurter Allgemeine Zeitung</a></i>, vom 16. Februar 2011, S. N4.</span>
</li>
</ol>
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